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Mehr Fokus durch Bewegung und Koordination.

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Ganzheitliches Gehirntraining: Wie Bewegung und Kognition Demenz vorbeugen

Nach Angaben der Kreiszeitung Wochenblatt zeigt ein Treffen des DRK-Klönschnacks, wie Gedächtnistraining im Alltag über reines Auswendiglernen hinausgehen kann.

Ganzheitliches Gehirntraining: Wie Bewegung und Kognition Demenz vorbeugen

Vorgestellt wurde ein ganzheitlicher Ansatz, der geistige und körperliche Übungen miteinander verbindet; ergänzend berichtet AD HOC NEWS über Tanz- und Musikangebote für ältere Menschen sowie für Menschen mit Demenz. Für die Neuroathletik ist daran vor allem die Kopplung mehrerer Systeme relevant: Konzentration, Merkfähigkeit, Bewegung und soziale Interaktion werden nicht isoliert, sondern in einer gemeinsamen Aufgabe gefordert.

Nicht nur das Gedächtnis, sondern die Aufgabensteuerung

Beim klassischen Gedächtnistraining steht häufig das Speichern und Abrufen von Informationen im Mittelpunkt. Die in den Berichten beschriebenen Angebote setzen breiter an. Übungen, die Kopf und Körper gleichzeitig ansprechen, beanspruchen neben der Merkfähigkeit auch Aufmerksamkeit, Reaktionssteuerung und Koordination. Damit rücken exekutive Funktionen in den Vordergrund: unser Gehirn muss auswählen, eine Bewegung planen, eine Regel beachten und gegebenenfalls schnell korrigieren.

Gerade diese Kombination macht die Aufgaben kognitiv anspruchsvoller als eine rein passive Beschäftigung. Ein Bewegungsablauf kann beispielsweise mit Musik, Rhythmus oder einer Merkaufgabe verbunden werden. Die Berichte nennen Tanz und musikalische Aktivitäten als Formate, die kognitive Leistungsfähigkeit und Mobilität unterstützen sollen. Zudem werden mögliche Beiträge zur Verringerung des Sturzrisikos und zur sozialen Teilhabe beschrieben. Daraus folgt jedoch nicht, dass Tanzen oder Gedächtnistraining eine Demenzerkrankung verhindert. Belastbar festhalten lässt sich hier zunächst: Solche Angebote schaffen Gelegenheiten, mehrere für den Alltag wichtige Fähigkeiten gleichzeitig zu üben.

Ein konkretes Angebot in Buchholz

Einen unmittelbar nutzbaren Anknüpfungspunkt liefert das von der Kreiszeitung Wochenblatt beschriebene neue Gedächtnistraining von Miranda Blohm in der Seniorenbegegnungsstätte in Buchholz. Blohm, ehemalige Lehrerin und Trainerin für ganzheitliches Gedächtnistraining, stellte das Konzept gemeinsam mit Sonja Gloth vom Bundesverband Gedächtnistraining vor. Teilnehmende konnten Übungen direkt ausprobieren und erhielten damit nicht nur eine theoretische Einführung, sondern einen ersten Eindruck vom Ablauf.

Der geplante Kurs findet jeden ersten und dritten Dienstag im Monat von 16.30 bis 17.30 Uhr statt. Veranstaltungsort ist die Seniorenbegegnungsstätte am Wilhelm-Baastrup-Platz 4 in 21244 Buchholz. Die Teilnahme kostet 8 Euro pro Monat; die Anmeldung erfolgt direkt bei Miranda Blohm unter 04181-33334. Außerdem wird am 26. September ein Demenzaktionstag in der Empore genannt, bei dem der Ortsverein und Miranda Blohm vertreten sein sollen.

Für Interessierte ist die Struktur entscheidender als das Etikett. Ein sinnvoller Einstieg besteht darin, darauf zu achten, ob ein Angebot tatsächlich mehrere Komponenten verbindet: geistige Aufgaben, Bewegung, wiederholte Teilnahme und einen sozialen Rahmen. Wer ausschließlich Rätsel löst, trainiert andere Anforderungen als jemand, der sich zusätzlich zu einer Regel, einem Rhythmus oder einer Raumorientierung bewegen muss. Beides kann seinen Platz haben; die kognitive Ausbeute ist jedoch nicht identisch.

Tanz als koordinative Erweiterung

AD HOC NEWS beschreibt parallel eine zunehmende Einbindung von Bewegung und Musik in die Arbeit mit Seniorinnen und Senioren. Im Mittelpunkt steht dort die stärkere Anerkennung von Tanzangeboten. Esther Schweins absolviert in Mainz eine Ausbildung zur Fachtanzlehrerin für Senioren und setzt sich für das Konzept „Tanzen auf Rezept“ ein. Der Allgemeine Deutsche Tanzlehrer-Verband habe bereits 400 Fachtanzlehrer speziell für die Arbeit mit älteren Menschen ausgebildet.

Auch hier liegt der interessante Mechanismus in der Verbindung: Tanz fordert nicht nur Muskelarbeit, sondern kann Schritte, Rhythmus, Orientierung und Anpassung an wechselnde Abläufe miteinander verknüpfen. Für Menschen mit Demenz werden zudem Tanz- und Musikveranstaltungen als Möglichkeiten beschrieben, soziale Teilhabe zu erhalten. Im DemenzNetzwerk des Landkreises Sankt Wendel ist für den 14. September 2026 ein Tanzcafé in der Tanzschule Erbelding angekündigt; die Teilnahmegebühr soll 5 Euro pro Person betragen.

Die nüchterne Schlussfolgerung lautet demnach: Gedächtnistraining gegen Demenz ist in diesen Berichten nicht als isolierte Denksportaufgabe angelegt. Die beschriebenen Formate kombinieren Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit, Bewegung und soziale Aktivität. Wer ein Angebot prüft, sollte deshalb weniger auf große Versprechen als auf die konkrete Aufgabenstruktur achten – und darauf, ob regelmäßiges Mitmachen im eigenen Alltag realistisch ist.